Akaziengruß am Pollerstein


Er lernt dazu.

≈ Da sitzt dieser Mann auf einem Absperrpollerstein, seine Schultern hängen runter. Direkt vor einem Einkaufszentrum, als warte er auf Jemanden. Als ich näher komme, hebt er den Kopf. „Na, kennst du mich noch?“ Früher trug er etwas feinere Klamotten, die Haare gekämmt, heute verwuschelt. Doch sein Berliner Akzent mitten in meiner Karlsruher Südstadt hilft mir auf die Sprünge. „Klar doch“, antworte ich, schon fast am Weitergehen. Er fragt schnell weiter. „Und, wie…die Kazien?“

Schlecht genuschelt

Entweder Mann schlecht genuschelt oder meine Hörgeräte falsch programmiert. Ich frag nach. „Was sagst du?“ Oben links hat er keine Zähne. Er wiederholt den Satz, nur jetzt nur in verlangsamer Wortfolge. „Wie steht es mit den Akazien“, artikuliert er jetzt in langsamer Wortfolge. Ähm. Kurz nachdenken. Noch ’ne Sekunde länger. Jetzt aber.

„Ach, meintest du vielleicht: Wie stehen – die – Aktien?“ Fragender Blick seinerseits. „Na, dann heißt das wohl so.“ Genau. Gemeinsam auf einer sprachlichen Ebene. Geht doch.≈≈

© Aus dem Alltag von Linda Könnecke

Vincent Le lässt Akazien blühen..

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